Tobasee
Tobasee
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| Tobasee | |||||||
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| Tobasee | |||||||
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| Daten | |||||||
| Koordinaten | 2° 37′ N, 98° 49′ O2.616666666666798.816666666667Koordinaten: 2° 37′ N, 98° 49′ O | ||||||
| Fläche | 1.103 km² | ||||||
| Seelänge | 100 km | ||||||
| Seebreite | 30 km | ||||||
| Besonderheiten | |||||||
Der Tobasee (Indonesisch: Danau Toba) ist ein etwa 100 km langer und 30 km breiter See im Norden der indonesischen Insel Sumatra in der Provinz Sumatera Utara.
Der Tobasee liegt 77 km südwestlich der Provinzhauptstadt Medan. Weitere große Städte sind Berastagi im Nordosten, Pematang Siantar im Osten und Sibolga im Südwesten. Prapat am Ostufer ist die größte und wichtigste Stadt am See.
Er ist mit einer Fläche von 1.103 km² der größte Vulkansee der Erde. Im Tobasee liegt die Insel Samosir, ein Hauptsiedlungsgebiet der Batak. An den Tobasee grenzen die ruhenden Vulkane Pusubukit (im Westen) und Tandukbenua (im Nord-Westen).
Inhaltsverzeichnis |
Die Eruption
Entstanden ist er durch die Eruption des Supervulkans Toba vor etwa 74.000 Jahren; man geht davon aus, dass es sich um den größten Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre handelte.[1] Vulkanische Asche findet man im gesamten Indischen Ozean und in weiten Teilen Indiens. Es war neben der Oruanui-Eruption des Taupo die einzige Eruption, die in diesem Zeitraum einen VEI-Wert von 8 erreichte. Schätzungen zufolge wurden 2.800 Kubikkilometer vulkanischen Materials bis in 50 km Höhe geschleudert und verteilte sich in der Atmosphäre. Darauf folgte eine Abkühlung des Weltklimas, ein sogenannter vulkanischer Winter. Schätzungen sprechen von drei bis fünf Grad Abkühlung.[2] Modellrechnungen ergaben, dass je nach Auswahl der Eingabewerte für das Modell die Abkühlung einige Jahrzehnte vorhielt, und zu Beginn dieser Kälteperiode sogar eine Abkühlung um 8 bis 17 °C stattgefunden haben könnte.[3] Der Ausbruch könnte demnach die kältesten Jahre der Würmeiszeit verursacht haben.
Die Toba-Katastrophen-Theorie
Der Toba-Katastrophen-Theorie des Anthropologen Stanley Ambrose zufolge soll die Eruption zu einer Dezimierung der – laut Ambrose – damals noch ausschließlich in Afrika lebenden Vorfahren des modernen Menschen (Homo sapiens) auf 1.000 bis 10.000 Individuen geführt haben, was diese Art an den Rand des Aussterbens gebracht habe. Ambrose versucht mit seiner Theorie zu erklären, warum Vergleichsanalysen von Mitochondrien-DNA einen genetischen Flaschenhals in der menschlichen Entwicklung für diese Epoche nahelegen. Dem widerspricht jedoch, dass im Südosten Indiens Steinwerkzeuge sowohl unterhalb wie auch oberhalb der Tuffschicht gefunden wurden, die eine Kontinuität der Besiedlung in dieser Region nahelegen.[4] Klima-Simulationen der Arbeitsgruppe von Alan Robock an der Rutgers University in New Jersey weisen allerdings darauf hin, dass die klimatischen Auswirkung schwere Beeinträchtigungen der Lebensbedingungen nach sich zogen.[5] Fest steht allerdings, dass der in Europa bis Sibirien lebende Neandertaler und der in Asien lebende Homo erectus diese Naturkatastrophe überlebten und beide erst viel später ausstarben.
Supervulkan Toba bei naturgewalten.deLakeNET – Tobasee Oregon State University Toba Volcano PDF-Poster: Toba Magma-System (1,07 MB) Geophysical and petrologic studies of the Toba Caldera, north Sumatra (Rensselaer Polytechnic Institute New York) Einzelnachweise
- ↑ Michael Balter: Of two minds about Toba’s impact. Science, Band 327, 2010, S. 1187–1188
- ↑ George Weber: Toba Volcano. Abgerufen am 25. Dezember 2009 (Website der Andaman Association)
- ↑ Alan Robock: Did the Toba volcanic eruption of ∼74 ka B.P. produce widespread glaciation?. In: Journal of Geophysical Research. 2009 (Rutgers-Universität in New Jersey).
- ↑ Michael Petraglia et al.: Middle Paleolithic Assemblages from the Indian Subcontinent Before and After the Toba Super-Eruption. Science, Band 317, 2007, S. 114–116, doi:10.1126/science.1141564
- ↑ Supervulkan Toba – Der „evolutionäre Flaschenhals“. In: Süddeutsche Zeitung, Online-Ausgabe, 16.06.2009. Abgerufen am 6. Januar 2010
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