Ulster Fluss
Ulster (Werra)
| Ulster | |
Ulsterquelle am Heidelstein | |
| Daten | |
|---|---|
| Gewässerkennzahl | DE: 414 |
| Lage | Hessen, Thüringen; Deutschland |
| Flusssystem | Weser |
| Abfluss über | Werra → Weser → Nordsee |
| Quelle | In der Rhön (Hohe Rhön) an der Nordwestflanke des Heidelsteins 50° 27′ 55,6″ N, 9° 59′ 53″ O50.4654444444449.9980555555556818 |
| Quellhöhe | ca. 818 m ü. NN [1] |
| Mündung | Bei Philippsthal in die Werra 50.8433333333339.9847222222222225 Koordinaten: 50° 50′ 36″ N, 9° 59′ 5″ O 50° 50′ 36″ N, 9° 59′ 5″ O50.8433333333339.9847222222222225 |
| Mündungshöhe | ca. 225 m ü. NN [1] |
| Höhenunterschied | ca. 593 m |
| Länge | 57,2 km [2] |
| Einzugsgebiet | 421,032 km² [2] |
| Abflussmenge[2] | MQ: 5,279 m³/s |
| Rechte Nebenflüsse | Weid, Kohlbach, Bremenbach, Bermbach, s.u. |
| Linke Nebenflüsse | Brandbach, Scheppenbach, Apfelbach, Geisa, Taft, Breizbach, s.u. |
| Kleinstädte | Tann, Geisa |
| Gemeinden | Ehrenberg, Hilders, Schleid, Buttlar, Unterbreizbach, Philippsthal |
| Radwege: Ulsterradweg; davon abzweigend: Kegelspiel-Radweg und Milseburgradweg | |
Die Ulster ist ein 57,2 km[2] langer, orografisch linker bzw. südlicher Zufluss der Werra in Hessen und Thüringen (Deutschland). In Thüringen hat sie nach dem Thüringer Wassergesetz den Status eines Gewässers I. Ordnung und steht damit in der Unterhaltungslast des Freistaates.
Inhaltsverzeichnis |
Verlauf
Die Ulster entspringt in Osthessen in der Rhön (Hohe Rhön) etwa auf halber Luftlinie zwischen den Bergen Heidelstein (925,7 m ü. NN) im Südosten, der sich mit seiner Kuppe nahe der hessischen Grenze in Bayern erhebt, und dem hessischen Ottilienstein (846 m ü. NN) im Nordwesten, der sich rund 1,4 km nordwestlich des Heidelsteins befindet. Im Landkreis Fulda liegt ihre gefasste Quelle im hessischen Teil des Heidelstein-Nordwesthangs knapp 600 m (Luftlinie) östlich der B 278 an einem Waldwanderweg auf 818 m ü. NN.
Innerhalb des Naturparks Hessische Rhön und zugleich im Biosphärenreservat Rhön fließt die Ulster in überwiegend nördlicher Richtung durch Ehrenberg und Hilders nach Tann und wechselt nordwestlich von Tann in den thüringischen Wartburgkreis. Danach verläuft sie von Motzlar über Schleid, Geisa und Borsch nach Buttlar, wo sie die Kuppenrhön durchschneidet und dann ein kurzes Stück die hessisch-thüringische Grenze bildet.
Nach Durchfließen des thüringischen Unterbreizbach erreicht die Ulster das im hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg gelegene Philippsthal, wo sie auf 222 m ü. NN von Süden kommend nach Kreuzen der B 62 beim Kaliwerk Hattorf (zwischen Philippsthal und dem Weiler Röhrigshof) in den östlichen Weser-Quellfluss Werra mündet.
Einzugsgebiet und Zuflüsse
Das Einzugsgebiet der Ulster umfasst rund 420 km²[2]. Ihr Mittelwasserabfluss am Pegel Philippsthal (AEO: entspricht der Einzugsgebietgröße) ist mit MQ = 5,1 m³/s angegeben.
Das Ulstertal stellt eine zwei Teillandschaften der Kuppenrhön, die Auersberger Kuppenrhön im Osten und die Soisberger Kuppenrhön im Westen, separierende Talsenke dar, die auch als Einzelnaturraum ausgewiesen ist. Die Orographie ist entsprechend eher fischgrätartig als fächerförmig. Im Kleinen hiervon abweichend ist der Fächer der Taft, des mit 571 l/s MQ knapp vor der Weid (539 l/s) wasserreichsten Nebenflusses.[2]
Folgende Nebenflüsse sind erwähnenswert:
| Name | Lage | Länge [km] [2][3] | Einzugs- gebiet [km²] [2][4] | Mündungs höhe [m. ü. NN] [5] | Orte am Bachlauf / Mündungsort | DGKZ [4] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Heuwiesenwasser | rechts | 2,9 | 3,5 | 566 | Wüstensachsen | 414-12 |
| Grumbach[6] | links | 4,2 | 6,5 | 562 | Forellenhof, Beckenmühle, Wüstensachsen | 414-134 |
| Birxgraben | rechts | 4,2 | 6,3 | 512 | Birx, Seiferts | 414-18 |
| Battenbach | rechts | 4,0 | 455 | Batten | 414-1998 | |
| Brandbach | links | 8,4 | 23,5 | 452 | Dietges, Brand, Wickers, Batten-Findlos | 414-2 |
| Scheppenbach | links | 10,9 | 27,2 | 412 | Dietges, Rupsroth, Liebhards, Eckweisbach, Tann-Aura, unterh. Hilders | 414-32 |
| Habelbach | links | 3,3 | 5,2 | 378 | Habel, Esbachsgraben. Neustädtges oberh. Lahrbachs | 414-36 |
| Weid | rechts | 10,3 | 36,7 | 365 | Oberweid, Unterweid, Hundsbach-Herdathurm, Wendershausen | 414-4 |
| Lauterbach | rechts | 4,9 | 4,6 | 348 | unterh. Tanns | 414-52 |
| Apfelbach[7] | links | 6,2 | 17,2 | 311 | Geisa-Apfelbach, Schleid-Motzlar | 414-56 |
| Kohlbach | rechts | 10,5 | 22,2 | 296 | Zitters, Kranlucken, Schleid | 414-58 |
| Geisa | links | 11,3 | 30,1 | 277 | Spahl, Geismar, Wiesenfeld, Geisa | 414-6 |
| Bremenbach | rechts | 7,6 | 14,3 | 269 | Bremen, Borsch | 414-72 |
| Bermbach | rechts | 6,3 | 11,3 | 260 | Mieswarz, Bermbach, oberh. Buttlars | 414-74 |
| Taft | links | 11,7 | 62,3 | 251 | Großentaft, Treischfeld, Wenigentaft | 414-8 |
| Mansbach | links | 3,6 | 8,1 | 250 | Mansbach, unterh. Wenigentafts | 414-92 |
| Mosa | rechts | 5,2 | 6,5 | 238 | Mosa, Hüttenroda, Mühlwärts, Pferdsdorf | 414-94 |
| Breizbach | links | 6,6 | 11,2 | 230 | Oberbreitzbach, Unterbreizbach | 414-98 |
Nebenflüsse höherer Ordnung
Die wichtigsten Nebenflüsse zweiter Ordnung sind: [2][4][3]
- (Brandbach)
- (Scheppenbach)
- Dörmbach (links, 2,9 km, 5,6 km²; Oberbernhards, Dörmbach)
- (Weid)
- Fischbach (rechts, 3,0 km, 4,8 km²; Kleinfischbach, unterh. Unterweids)
- ”Mühlbach (links, 7,1 km, 9,1 km²; Simmershausen, Dippach)
- (Kohlbach)
- Gabelbach (rechts, 3,2 km; Gerstengrund)
- (Geisa)
- Setzelbach (links, 5,1 km, 5,5 km²; Setzelbach, unterh. Geismars)
- (Taft)
- Heidigsfeldgraben (rechts, 2,2 bzw. 2,9[8] km, 6,7 km²; Großentaft)
- Sauer (links, 4,8 km, 14,2 km²; Oberufhausen, Unterufhausen, Soisdorf)
- Grüsselbach (rechts, 10,0 km, 22,8 km²; Rasdorf, Grüsselbach)
Verkehr
Die Ulster wird entlang ihres Ober- und Mittellaufs vom Großteil des Abschnitts Bischofsheim−Buttlar der B 278 begleitet, nahe ihres Unterlaufs verläuft der Abschnitt Buttlar−Vacha der B 84 und kurz vor ihrer Mündung in die Werra kreuzt die Ulster die B 62. Die früher im Ulstertal verlaufende Ulstertalbahntrasse wird heutzutage zum großen Teil als Ulsterradweg genutzt. Über den bei Hilders abzweigenden Milseburgradweg sind die westlich befindlichen Täler von Haune und Fulda und über den nahe Buttlar abzweigenden Kegelspiel-Radweg ist das Haunetal zu erreichen. Bei Wenigentaft kreuzte früher die Trasse der Wenigentaft-Oechsener Eisenbahn.
Tourismus
Touristisch ist das Ulstertal im hessischen oberen Teil gut erschlossen, wobei das Biosphärenreservat Rhön entsprechend Anteil hat. Im thüringischen unteren Teil fehlen noch touristische Impulse, unter anderem wegen der Kaliindustrie.
Einzelnachweise
- ↑ a b Topografische Karte 1:25.000
- ↑ a b c d e f g h i Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
- ↑ a b Längen der in Thüringen entspringenden Zuflüsse per Messung des jeweiligen Geopfades (kmz, 76 kB)
- ↑ a b c Thüringer Landesanstalt für Umwelt (Hrsg.): Gebiets- und Gewässerkennzahlen (Verzeichnis und Karte). Jena 1998. 26S.
- ↑ Kartendienste des BfN
- ↑ Einzugsgebiet geschätzt
- ↑ Die Länge des Apfelbachs beträgt über den linken Quellbach 6,6 km (Messung über Geopfad).
- ↑ (↑ Die Länge des Heidigsfeldgrabens beträgt über den rechten Zufluss Auegraben 2,9 km (Kartendienst der WRRL Hessen).
Karte und Luftbild des Flusssystems der Ulster
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