UniCredit

UniCredit S.p.A.
UnternehmensformSocietà per Azioni
ISINIT0000064854
Gründung1998
UnternehmenssitzRom und Mailand, Italien [1]
Unternehmensleitung
Mitarbeiter

170.000 (2007)

BrancheFinanzdienstleistungen
Website

www.unicreditgroup.eu

Die UniCredit S.p.A. (UniCredit Group) ist eine italienische Holding von Finanzdienstleistungs-Unternehmen mit Sitz in Mailand.

Wichtigstes Aktionsfeld ist neben Italien insbesondere Mittel- und Osteuropa, wo in mehreren Ländern Tochtergesellschaften der Gruppe Marktführer sind.

Inhaltsverzeichnis

Kennzahlen

Im Bankenvergleich gemessen an der Marktkapitalisierung nimmt die UniCredit Group den Platz 7 2009[2] in Europa ein.

Stand 2009:[3]

Firmenstruktur

Eigentümer

Die UniCredit Group befindet sich im Streubesitz. Folgende Aktionäre besitzen jeweils mehr als 2 % der Unternehmensaktien. [4]

Beteiligungen

Die UniCredit Group hält Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen im Finanzdienstleistungsbereich. Zu den wichtigsten gehören (Stand: 10. Mai 2006):

Aufbauorganisation und Konzernführung

An der Spitze der UniCredit Group steht ein Board of Directors mit neun bis zwanzig Mitgliedern, die für drei Jahre berufen werden. Das Board of Directors wird vom Chairman geleitet. Dem Board of Directors ist das Executive Committee unterstellt und diesem ist wiederum das Management Committee unterstellt. Das Management Committee wird vom Managing Director (CEO) geleitet.

Board of Directors (Stand 29. April 2009)[5]
Chairman
Dieter Rampl
Deputy Vice ChairmanVize Chairman
Luigi CastellettiFarhat Omar BengdaraVincenzo Calandra BuonauraFabrizio Palenzona
Chief Executive Officer
Alessandro Profumo
Directors
Giovanni BelluzziManfred BischoffEnrico Tommaso Cucchiani
Donato FontanesiFrancesco GiacominPiero Gnudi
Friedrich KadrnoskaMarianna Li CalziSalvatore Ligresti
Luigi MaramottiAntonio Maria MaroccoCarlo Pesenti
Lucrezia ReichlinHans-Jürgen SchinzlerTheodor Waigel
Anthony WyandFranz Zwickl
Company Secretary
Lorenzo Lampiano
Executive Management Committee (12. August 2009)[6]
Chief Executive Officer
Alessandro Profumo
Sergio ErmottiPaolo FiorentinoRoberto NicastroNadine Faruque
Federico GhizzoniKarl GuhaMarina NataleRino Piazzolla
Management Committee (Stand 1. Oktober 2009)[7]
Managing Director / Chief Executive OfficerDeputy CEO – Head of CIB & PB Strategic Business AreaDeputy CEO – Head of GBS Strategic Business AreaDeputy CEO – Head of Retail Strategic Business Area
Alessandro ProfumoSergio ErmottiPaolo FiorentinoRoberto Nicasto
Head of Asset Management DivisionHead of CEE Banking OperationsHead of CIB Integration ManagementHead of Financing & Advisory
Dario FrigerioFrederico GhizzoniEdoardo SpezzottiVittorio Ogliengo
Head of Group Identity & CommunicationHead of Human ResourcesHead of Institutional & Regulatory Strategic AdvisoryHead of Internal Audit
Antonella MassariRino PiazzollaCarmine LamandaRanieri de Marchis
Head of Private Banking DivisionHead of Retail Italy Network DivisionChief Financial OfficerChief Risk Officer
Andreas WölferGabriele PicciniMarina NataleKarl Guha
Chairman of Austria and CEE RegionCountry Chairman GermanyContry Chairman PolandGeneral Counsel & Group Compliance Officer
Willibald CernkoTheodor WeimerJan Krzysztof BieleckiNadine Faruque

Geschichte

Die UniCredit Group hat eine Vergangenheit, die sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen lässt, wie die Gründung der Monte di Pietà di Bologna im Jahr 1473 zeigt.

Eine der Vorgängerbanken, die Banca di Genova, wurde 1870 als börsennotiertes Institut gegründet. 1895 änderte es seinen Namen in Credito Italiano und entwickelte sich im Laufe der Zeit zur zweitgrößten italienischen Bank.

Anfang der 1990er-Jahre begann in Italien eine grundlegende Reform des italienischen Bankenmarktes. Um die Privatisierung der italienischen Sparkassen zu ermöglichen, schrieb das Lex Amato (1990) eine klare Trennung von Bankgeschäft und gemeinnützigem Auftrag vor. Auf Grund dieser Reformen hatte die traditionsreiche Aktiengesellschaft Credito Italiano einen Fusionsprozess eingeleitet und durchgeführt.

1994 beteiligte sich die RAS sich 1994 mit 5 % an der gerade privatisierten Credito Italiano, und berief gleichzeitig Alessandro Profumo, welcher 1997 die Position des CEO übernahm, in den Vorstand der Bank. Seit diesem Zeitpunkt steuert Profumo die Geschichte der Bank.

1998 erfolgte der Zusammenschluss der Credito Italiano mit der 1473 gegründeten und gerade privatisierten Bologner Regionalbank Rolo Banca (ex Credito Romagnolo) zur Credito Italiano Group. Mit der Integration von sechs weiteren früheren Sparkassen, nämlich Cariverona (Cassa di Risparmio di Verona)Verona, Cassa di Risparmio di Torino (CRT) – Turin, CassamarcaTreviso, Cassa di Risparmio di Trento e RoveretoTrento/Rovereto und Cassa di Risparmio di TriesteTriest, entstand die UniCredito Italiano Group. Den Aufkauf der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) untersagte 1999 die spanische Notenbank.

Das 2000 erworbene Global-Investment-Geschäft von der Bostoner Pioneer Group wurde den Aktivitäten der Private-Banking-Sparte zugeordnet. Eine führende Position im italienischen Konsumentenkreditbereich erreichte die UniCredito Italiano mit der im selben Jahr neu gegründeten Tochterbank UniCredit Family Financing S.p.A. (frühere Clarima Banca; UniCredit Consumer Financing).

Mit der Umbenennung der UniCredito Italiano in UniCredit Banca erfolgte 2002 gleichzeitig die Restrukturierung der Bank in Form eines divisionellen Modells. Es erfolgte die Gründung drei neue Banken, mit einer Spezialisierung auf die verschiedenen Kundengruppen – die UniCredit Banca (Bologna) betreut das Massengeschäft in Form von Privatkunden und kleineren Unternehmen; die UniCredit Private Banking (Turin) kümmert sich um Privat- und Vermögensanlage von vermögenden Kunden; und die UniCredit Banca d’Impresa (Verona) beschäftigt sich mit mittelgroßen und großen Betrieben sowie anderen Institutionen.

Die internationale Expansion begann mit den Aufkäufen im mittel- und osteuropäischen Raum (Polen, Kroatien, Bosnien, Bulgarien, Türkei, Slowakei, Rumänien). Im Jahr 2005 kam es mit der Übernahme der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG (HVB) zur bisher größten grenzüberschreitenden Bankenfusion in Europa: Als erster ausländischer Bank gelangt der UniCredit Group damit der Aufkauf eines deutschen Bankinstitutes, in Form einer freundschaftlichen Übernahme mittels Aktientausch. Den ersten Versuch zum Aufkauf in Deutschland hatte die UniCredit bereits 2001 mit der Commerzbank AG gestartet, war damals aber an den Aktionären gescheitert. Im Anschluss an die Fusion übernahm der UniCredit Group Chef Alessandro Profumo den Aufsichtsratsvorsitz bei der HVB, und gab diesen Vorsitz Anfang 2009 an seinen Stellvertreter Sergio Ermotti ab.

Mit der Übernahme der HypoVereinsbank wurde auch die 2000 von jener erworbene Bank Austria, die größten Bank Österreichs, von der HVB auf die Mutter übertragen, und die Bündelung des gesamten Ost- und Mitteleuropageschäftes der Vorgängergruppen unter dem Dach der Bank Austria (heute UniCredit Bank Austria AG, BA-CA). In diesem Zusammenhang wurden noch weitere Veränderungen innerhalb der Gruppe durchgeführt: Die UniCredit Group fasste ihre Geschäfte in Polen mittels Fusion der Bank BPH (Übernahme der Beteilung seitens der Bank Austria)[8] mit der Bank Pekao unter der Bank Pekao SA zusammen. Die Investmentbankgeschäfte der Gruppe wurden in der Division UniCredit Markets & Investment Banking gebündelt, und unter der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG angesiedelt.[9][10][11][12]

Im April 2007 gab UniCredit bekannt, dass Gespräche mit dem französischen Rivalen Société Générale geführt werden. Hierbei handle es sich jedoch nicht über Fusionsverhandlungen, sondern über „die üblichen offenen Gespräche über strategische Wachstumsmöglichkeiten“. Zuvor hatten Medien berichtet, dass UniCredit eine Kaufofferte für die Franzosen erwäge. Ein Ergebnis der Verhandlungen wurde nicht veröffentlicht, man wollte die französischen Präsidentschaftswahlen abwarten. [13] Währenddessen kündigte die UniCredit im Mai 2007 die Fusion mit dem italienischen Finanzkonzern Capitalia an und stellte damit eventuelle Pläne mit der Société Générale hintan. In Italien ist die UniCredit nach dem Zusammenschluss Marktführer. Per Aktientausch hat die Unicredit ca. 20 Milliarden Euro für die Capitalia aufgewendet. Bis 2010 werden Synergieeffekte von 1,2 Milliarden Euro erwartet und die Kosten des Mergers werden mit 1,1 Milliarden Euro beziffert. Zudem wird ein Gewinnanstieg pro Aktie von 14 % auf 17 % erwartet. Die Fusion wurde am 1. Oktober 2007 vollzogen. Die neue UniCredit hat damit 40 Millionen Kunden und über 170.000 Mitarbeiter.[14] Außerdem kaufte die Gruppe 2007 weitere Banken, wie die kasachische ATF Bank und ukrainische Ukrsotsbank, zum Ausbau der Geschäftstätigkeit im osteuropäischen Raum auf. Das Investmentfondsgeschäft und die Vermögensverwaltungsgeschäfte (Asset Management) der gesamten UniCredit Group wurde 2007 unter dem Markennamen Pioneer Investments zusammenfasst.

2008 stellte der CEO Alessandro Profumo einen Drei-Jahres-Plan für die Gruppe vor. Diese Planung umfasst sowohl Konzentrationen von Stellen als auch die Eröffnung von weiteren Filialen in den osteuropäischen Ländern. Außerdem wurden in allen Ländern der UniCredit Group die Firmenlogos zur Steigerung des Wiedererkennungswertes in der Öffentlichkeit vereinheitlicht. Zur Stärkung der Gruppe wurde im Oktober 2008 eine Kapitalerhöhung angekündigt, die von den institutionellen Anlegern und Großinvestoren zu 100 % mit einer Zeichnungszusage unterstützt und im Januar 2009 im vollen Umfang ausgeführt wurde.

UniCredit S.p.A. (deutsch, englisch, italienisch)
  • UniCredit Group (englisch, italienisch)
  • Einzelnachweise

    1. UniCredit, Statuten
    2. Stand 2. März 2009
    3. Stand 30. Juni 2009; Financial Reports
    4. Shareholder Structure. unicreditgroup.eu
    5. Board of Directors. unicreditgroup.eu
    6. Executive Management Committee. unicreditgroup.eu
    7. Management Committee. unicreditgroup.eu
    8. BA-CA übernimmt kasachische ATF-Bank. newsticker, orf.at, o.D.
    9. UniCredit Group: Ad-hoc-Meldung/Ad hoc Release 14. März 2006 (englisch, italienisch)
    10. UniCredit Group: UniCredit is building its investment banking activities into a single division (englisch, italienisch)
    11. UniCredit Group: Ad-hoc-Meldung/Ad hoc Release 4. August 2006 (englisch, italienisch)
    12. Handelsblatt: HVB treibt Umbau voran.
    13. Financial Times: Gerüchte um Unicredit und Société Générale.
    14. UniCredit Group: UniCredit – About us – UniCredit at a glance (englisch)


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