Vechta
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Vechta | |
| Höhe: | 37 m ü. NN | |
| Fläche: | 87,79 km² | |
| Einwohner: | 31 156 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 355 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49377 | |
| Vorwahl: | 04441 | |
| Kfz-Kennzeichen: | VEC | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 60 009 | |
| Stadtgliederung: | 3 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Burgstraße 6 49377 Vechta | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Uwe Bartels (SPD) | |
| Lage der Stadt Vechta im Landkreis Vechta | ||
Vechta ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im westlichen Niedersachsen. Sie ist als „Reiterstadt“ bekannt und zugleich Mittelzentrum der Region.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Lage
Vechta ist eine der beiden Kreisstädte im Oldenburger Münsterland und liegt im Zentrum des Städtedreiecks Bremen, Oldenburg und Osnabrück. Nachbargemeinden sind beginnend von Norden (im Uhrzeigersinn) die Gemeinden Visbek, Goldenstedt, die Städte Diepholz und Lohne, sowie die Gemeinden Bakum und Emstek. Östlich der Stadt befindet sich das Große Moor, eines der noch wenigen verbliebenen Regenmoore. Der Stadtname geht auf die Feuchtlage zurück: Althochdeutsch „Vecht“ bedeutet feuchtes Land.
Stadtgliederung
Vechta ist gegliedert in mehrere Stadtteile und Ortschaften :
- Bergstrup
- Calveslage
- Deindrup
- Füchtel
- Grünenmoor
- Hagen
- Holtrup
- Holzhausen
- Langförden (seit 1974)
- Oythe (seit 1933)
- Petersburg
- Rieden
- Spreda
- Stoppelmarkt
- Strohe
- Stukenborg
- Tannenhof
- Telbrake
- Tonnenmoor
- Vardel
- Vor dem Moore
- Welpe
Außerdem zählt zum Stadtgebiet noch das Zentrum, um die Innenstadt herum, die allerdings nicht offiziell erwähnt wird und somit einfach Vechta heißt.
Geologie und Hydrogeologie
Die Stadt liegt in der Norddeutschen Tiefebene. Das Gebiet um Vechta besteht hauptsächlich aus glazio-fluviatilen Ablagerungen, die in erster Linie aus lehmigen und sandigen Ablagerungen des Pleistozäns bestehen. Bohrungen zeigten, dass die obersten Sedimentschichten eine Mächtigkeit von etwa 5 bis 7 m haben. Diese Schicht ist unterlagert von einer 10 m starken, lehmigen und marligen Sedimentschicht. Sandige Schichten in einer Tiefe von 25 bis 30 m bilden einen ertragreiche Aquifer für Grundwasserförderung. Der oberste Grundwasserleiter befindet sich in einer Tiefe von 2 bis 6 m.
Klima
In Vechta herrscht gemäßigtes Seeklima, beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Vechta 8,5 – 9,0°C und es fallen rund 700 Millimeter Niederschläge. Zwischen Mai und August wird mit durchschnittlich 20 – 25 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet.
Geschichte
Um 1150 erbauten die Grafen von Calvelage an der Straße von Bremen nach Westfalen eine Burg an einer Furt über den Moorbach. Im Schutze dieser Burg, die auch Zollstätte war, entstand eine Siedlung, die schon bald Osnabrücker Stadtrecht erhielt. Im Jahre 1252 verkaufte die jung verwitwete Gräfin Jutta von Ravensberg die Herrschaft an das Fürstbistum Münster. Es wurde Sitz eines münsterschen Amtmanns. Im Dreißigjährigen Krieg litt Vechta schwer. Erst im Jahre 1654 zog der schwedische Besatzer ab (zwei gut sichtbare Kanonenkugeln im Turm der Propsteikirche zeugen davon). 1803 kam Vechta mit der Herrschaft Vechta an das Großherzogtum Oldenburg und 1946 an das Land Niedersachsen.
Die Burg
Bei einer archäologischen Ausgrabung in den Jahren 2005/2006 wurden die Überreste der Burg Vechta freigelegt. Zahlreiche Funde aus dem Mittelalter und der Frühneuzeit kamen dabei ans Tageslicht, u.a. eine Knochenflöte und eine Arkebuse. Die Burg Vechta gehörte zum Typus der Tieflandburg. Ihre Erscheinungsform war mittelalterlicher Prägung. Möglicherweise hat es sich außerdem auch um einen Gräftenhof des Zwei-Insel-Typus gehandelt, um eine Anlage also, wie sie Westfalen in reicher Fülle hervorgebracht hat – als Beispiel seien hier Burg Hülshoff, Darfeld, Havixbeck, Drensteinfurt und Kemnade genannt. Ein Großteil der Funde kann man im Museum im Zeughaus besichtigen.
Religionen
Vechta ist Sitz des Bischöflich Münsterschen Offizialats. Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch.
Politik
Seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
| CDU | 20 Sitze |
| SPD | 6 Sitze |
| FDP | 2 Sitze |
| Grüne | 1 Sitz |
| WFV (Wir FÜR Vechta) | 3 Sitze |
Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit 1. Februar 2005 der SPD-Politiker Uwe Bartels.
Städtepartnerschaften
Mit folgenden Städten pflegt Vechta eine Städtepartnerschaft
- Hungary Jászberény, Ungarn
- France Pays Léonard, Frankreich
- France Saint-Pol-de-Léon, Frankreich
- France Le Cellier, Frankreich, Partnerstadt des Ortsteiles Langförden
- USA Seguin, USA
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Im ehemaligen Zeughaus auf dem Gelände der Vechtaer Zitadelle befindet sich das Museum.
- Ferner gibt es im Stadtteil Oythe die Heimatstuben des Heimatvereins.
Bauwerke
In der Propsteikirche St. Georg befindet sich eine Renaissance-Kuppa auf einem spätgotischen Schaft des Taufsteins. Die Kuppa schuf der Bildhauer Johann Brabender aus Münster (Westfalen) um 1540.
Parks, Wälder und das Moor
Unmittelbar östlich des Stadtzentrums von Vechta schließt sich ein Waldgürtel an. Dieser besteht aus dem Füchteler Wald und dem Welper Wald. Beide Wälder sind durch den Vechtaer Moorbach getrennt. Dem Füchteler Wald vorgelagert ist der „Immentun“, ein naturnah gehaltener Erholungspark. Im Füchteler Wald befindet sich das Gut Füchtel, an seinem Rand das Kolleg Sankt Thomas. In den Welper Wald ist eine Golfanlage integriert.
Die Waldlandschaft geht in östlicher Richtung in der Große Moor über, das Vechta vom Landkreis Diepholz trennt.
Unmittelbar hinter der Trasse der Nordwestbahn beginnt der Zitadellenpark. Auf Fuß- und Radwegen kann man sich von diesem aus in den Hochzeitswald begeben, in dem Brautpaare, aber auch Silber- und Goldpaare Bäume pflanzen können. Durch parkähnliches Gelände kann man Vechta westwärts in Richtung Gut Daren (Gemeinde Bakum) auf (Rad-)Wanderwegen verlassen.
Tourismusrouten
Durch das Gebiet von Vechta verlaufen die Ferienstraßen Boxenstopp-Route[1][2] und Niedersächsische Mühlenstraße.[3][4] Durch Vechta verläuft ebenfalls der Pickerweg, der zum Netz der Jakobswege gehört. Dadurch ist der Pickerweg Teil der ältesten europäischen Kulturstraße.[5]
Sport
Regelmäßige Veranstaltungen
- Stoppelmarkt: In Vechta wird jährlich im August der im norddeutschen Raum bekannte Stoppelmarkt abgehalten, ein 1298 erstmals urkundlich erwähntes Volksfest mit aktuell über 800.000 Besuchern.
- Schützenfest Hagen: Jeweils zu Pfingsten eines jeden Jahres eröffnet die St. Hubertus Schützenbruderschaft Hagen e. V. mit ihrem Hochfest den Reigen der Schützenfeste in der Kreisstadt.
- Schützenfest Vechta: Ein weiterer Besuchermagnet ist das jährlich im Juni stattfindende große „Vechtaer Schützenfest“ vom Bürgerschützenverein. Bei dem über vier Tage andauernden Fest wird unter den über 1000 Schützen des Vereins jeweils am Montag Mittag um Punkt 12 Uhr ein neuer Schützenkönig ausgeschossen.
- Schützenfest Stoppelmarkt: Organisiert vom Schützenverein Stoppelmarkt e. V.
- Schützenfest „Im Kühl“/Oythe, jeweils am ersten Wochenende im September.
- Vechtaer Burgmannen-Tage jeweils am letzten Wochenende des Septembers in der Zitadelle
- Thomasmarkt jeweils am letzten Wochenende im Oktober
- Adventskonzert am 1. Advent (seit 1981). Veranstalter: Posaunenchor und Kirchenchor der ev. Kirchengemeinde, Instrumentalgruppen; Klosterkirche Vechta.
Wirtschaft und Infrastruktur
Traditionell bedingt sind in der stark von der Landwirtschaft geprägten Region die Schweine- und Geflügelzucht ansässig. In Folge dessen siedelten sich die Futtermittel-, Stallausrüstungs- und Tierarzneimittelindustrie an. Auf Grund geologischer Gegebenheiten sind ferner Unternehmen aus Torf-, Ziegel- und Erdölindustrie hier beheimatet. Auch das kunststoffproduzierende Gewerbe hat den Standort Vechta für sich entdeckt. Das Oldenburger Münsterland gilt als eines der aufstrebendsten Landesteile mit einer der niedrigsten Arbeitslosenquoten (circa 4 %) und der höchsten Geburtenrate (circa 1,5 Kinder pro Frau) bei gleichzeitig relativ gleichmäßig verteiltem Wohlstand.
Verkehr
Vechta hat Anschluss an die Bundesautobahn 1 (Hansalinie) zwischen Bremen und Osnabrück und wird umgangen von der Bundesstraße 69 zwischen Oldenburg und Diepholz. Die im Bau befindliche Nordtangente verbindet seit Mitte Dezember 2008 die B 69 auf dem ersten Teilstück der Nordtangente mit dem Visbeker Damm in Vechta-Bergstrup. Ab Frühjahr 2010 wird dann auch das zweite Teilstück von Bergstrup mit Oythe fertiggestellt sein. Dann verbindet die Nordtangente die Ortsumgehung B 69 mit der L 881 (Goldenstedter Straße). In Vechtas Zentrum wird zurzeit die L843 (Falkenrotter Str.) verlegt. Sie wird zwischen An der Gräfte und Theodor-Heuss-Str. als Tunnel mit dem Namen Entlastungsstraße Vechta-West unter die Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe verlegt. Vechtas Hauptverbindungsstraßen sind die B 69, die als Umgehungsstraße um die Stadt führt, die L 843 (Verbindung zur BAB 1) und die L 881 Richtung Goldenstedt/Bremen bzw. Richtung Visbek. Zur Verkehrsentlastung der Innenstadt (Große Straße/Bremer Tor) wird zur Zeit ein kreisförmiger, um die Innenstadt führender Stadtring ausgeschildert, der den Verkehrsfluss um die City lenken soll.
Die Großstädte Oldenburg, Bremen und Osnabrück sind jeweils circa 65 Autobahnkilometer entfernt. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Bremen (70 Kilometer) und Münster/Osnabrück (90 Kilometer). Zudem wird ein Verkehrslandeplatz in Damme betrieben.
Die Stadt hat direkten Bahnanschluss an die von der NordWestBahn betriebenen Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe, die im Volksmund auch Schusterbahn genannt wird. Die ehemalige Kleinbahn Vechta-Cloppenburg wurde 1965 eingestellt
Öffentlicher Nahverkehr
Seit Anfang 2008 existiert das auf den 4 Linien (Linien 601, 602, 603 und 604) existierende System des StadtBus Vechta mit knapp 90 Haltestellen im Stadtgebiet (exklusive Langförden). Dieses Projekt ist zunächst bis zum Jahre 2010 seitens der Stadt Vechta finanziell gesichert. Seit dem 1. August 2009 sind die Taktzeiten komplett nach dem Fahrplan der Nordwestbahn ausgelegt. Der StadtBus soll so als Zubringer von und zum Vechtaer Hauptbahnhof fungieren. fahren die 4 Busse auch Freitags und Samstags-Abends bis 23:45. Der StadtBus wird am Stoppelmarkt 2009 erstmals als Zubringer zur Westerheide benutzt.
Der Überlandbusverkehr ist vor allem an den Schulzeiten ausgerichtet.
Ansässige Unternehmen
- Alte Oldenburger Krankenversicherung AG, private Krankenversicherung
- Big Dutchman, größter Stallausrüster der Welt
- Terex, Baumaschinenhersteller
Bildung
Als Kreisstadt des Landkreises Vechta verfügt die Stadt über ein umfangreiches Bildungsangebot, fast alle gängigen Schularten sind vertreten. Die Grundversorgung wird durch acht Grundschulen, drei Hauptschulen und zwei Realschulen übernommen, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Die Stadt verfügt über vier Gymnasien: Das Gymnasium Antonianum Vechta (GAV) und das Gymnasium für Gesundheit und Soziales sind in staatlicher Trägerschaft, zudem gibt es mit dem Kolleg St. Thomas der Dominikaner (KST) und der Liebfrauenschule Vechta (ULF) noch zwei weitere private Gymnasien.
- Die Universität Vechta mit den Schwerpunkten Pädagogik, Psychologie (Familienpsychologie), der Lehrerausbildung und sozialen Dienstleistungen (Soziale Arbeit, Gerontologie, Dienstleistungsmanagement) wird von etwa 3.300 Studenten (Wintersemester 2008/09) besucht.[6]
- Weiterhin können sich junge Menschen an der privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Vechta/Diepholz/Oldenburg ausbilden.
- Die Kreishandwerkerschaft Vechta betreibt ein Berufsbildungszentrum.
- Ein Atelier mit integrierter Kunst- und Malschule ermöglicht eine künstlerische Ausbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Personen und Persönlichkeiten
Söhne und Töchter
- Kaspar Andreas von Elmendorff (1658-1730, aus Füchtel), Domherr in Lübeck
- Andreas Romberg (1767–1821), Violinvirtuose und Komponist
- Emma Ritter (1878–1972), Malerin des Expressionismus
- Hans Lemp (* 1928), Politiker
- Rolf Dieter Brinkmann (1940–1975), Lyriker und Erzähler
- Gerhard Cromme (* 1943), Manager, Aufsichtsratsvorsitzender
- Paul Schockemöhle (* 1945), Springreiter und Unternehmer
- Birgitta Rühmer (* 1959), Volleyball-Nationalspielerin
- Ansgar Brinkmann (* 1969), ehemaliger Fußballprofi
- Burkhard Wilking (* 1970), deutscher Mathematiker
- Alparslan Erdem (* 1988), deutsch-türkischer Fußballspieler
Mit Vechta verbunden
- Johann Heinrich König (1705–1784), Holzbildhauer, schuf den Hochaltar der Propsteikirche St. Georg in Vechta
- Titus Maria Horten (1882–1936), Dominikaner in Vechta
- J. Hermann Siemer (1902–1996), Politiker; starb in Vechta
- Fritz Kurt Fiebich (* 1921), Politiker; Kaufmann in Vechta
- Friedrich Janssen (*1935), Priester, Theologe, Professor an der Hochschule Vechta
- Harald zur Hausen (* 1936), Nobelpreisträger, machte sein Abitur am Gymnasium Antoniaum
- Robert Hepp (* 1938), Soziologe, lehrte an der Hochschule Vechta
- Werner Münch (* 1940), Hochschullehrer, 1991–1993 Ministerpräsident (Sachsen-Anhalt), vorher Rektor der Fachhochschule Vechta
- Uwe Bartels (* 1946), 1998–2003 niedersächsischer Landwirtschaftsminister; Bürgermeister von Vechta
- Gundis Zámbó (* 1966), Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Model; aufgewachsen in Vechta
Ehrenbürger
- Hermann Jakob Dingelstad (1835–1911), Theologe und Bischof von Münster
Einzelnachweise
- ↑ Karte der Boxenstopp-Route
- ↑ Vechtaer Stationen der Boxenstopp-Route
- ↑ Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V.: Meyers Mühle Vechta
- ↑ Arbeitsgruppe Mühlenstraße in der Mühlenvereinigung Niedersachsen-Bremen e.V.: Wassermühle Vechta
- ↑ Karte der Jakobswege http://www.via-regia.org/kulturstrasse/karte.php
- ↑ uni-vechta.de: Studierendenstatistik im WS 2008/09, Aufruf im April 2009
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