Vogelkop

Vogelkop
Vogelkopf-Halbinsel (West-Papua, Neuguinea)
GewässerPazifischer Ozean
Gewässer 2Bentuni-Bucht

Geographische Lage

1° 28′ 0″ S, 132° 45′ 0″ O-1.4666666666667132.75Koordinaten: 1° 28′ 0″ S, 132° 45′ 0″ O
Satellitenbild

Der Vogelkop (auch „Vogelkopf“ oder „Doberai-Halbinsel“) ist eine Halbinsel im Nordwesten West Papuas in der indonesischen Provinz Irian Jaya Barat, Teil der ehemaligen Kolonie Niederländisch-Neuguinea. Ihren niederländischen Namen hat die Halbinsel auf Grund der Form Neuguineas, die an die Form eines sitzenden Vogels erinnert. Die Halbinsel wird bei dieser Betrachtung als Kopf ausgemacht.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Mangroven

Die südöstliche Ecke der Halbinsel an der Cenderawasih-Bucht (früher Gelvink-Bucht) ist Bestandteil des Marino-Teluk-Cenderawasih-Nationalparks. Während die Küstenregionen im Südwesten flach und von feuchten Sumpfgebieten durchzogen sind, ist der Nordosten von Gebirge bestimmt. Die höchste Erhebung ist ein ebenfalls Vogelkop oder auch Gunung Mebo genannter 3100 m hoher Berg.

Bedeutendste Orte sind Manokwari, Sorong, Bintuni und Ransiki. Bei Sorong und Bintuni gibt es Erdöl-Vorkommen.

Die die Halbinsel im Süden begrenzende Bentuni-Bucht ist der mit 4352 km² weltgrößte Mangrovensumpf und zugleich das größte Mangrovenlabyrinth der Erde. [1] Hier entsteht bis 2008 unter Leitung von BP das Mammut-Projekt Tangguh zur Förderung von jährlich 7 Millionen Tonnen Flüssigerdgas mit einer Investition von 3 Milliarden Dollar.[2] 2002 förderte Indonesien 23 Millionen Tonnen und stand damit an der Weltspitze.

Sprachen

Auf der Vogelkop-Halbinsel werden Sprachen der Sprachfamilie Ost-Vogelkop und West-Papua gesprochen.

Korallenriff Raja Ampat

Bei einer Schnelluntersuchung der Korallenriffe der Raja-Ampat-Inseln (auch Distrikt Raja Ampat) an der westlichen Spitze der Vogelkop-Halbinsel durch Conservation International 2002 stellte sich heraus, das sich hier eines der reichsten Korallenriffe der Welt in noch gutem Zustand befindet. Innerhalb kürzester Zeit wurden 1074 Fischarten gefunden. Gerald Allen notierte den Rekord, bei einem einzigen Tauchgang 284 verschiedene Arten zu zählen.[3] Das Gebiet hat die welthöchste Anzahl an Steinkorallenarten für ein Gebiet vergleichbarer Größe. Etwa 75 % der weltweit bekannten Korallenarten befinden sich hier. Insgesamt 488 Arten an Steinkorallen wurden identifiziert. Von 35 weiteren Arten sind 13 vermutlich neu für die Wissenschaft. Es wird erwartet, dass nach einer gründlichen Untersuchung Raja Ampat die bisherigen Spitzenreiter der Biodiversität von Korallenriffen, Milnebucht in Papua-Neuguinea und Maumerebucht auf der Insel Flores, Indonesien hinter sich lässt. Das zehnmal größere australische Große Barriereriff weist deutlich weniger Arten auf. Das Gebiet befindet sich im Zentrum des sogenannten Korallendreiecks, das die Philippinen, Teile Indonesiens, Neuguinea und die Salomon-Inseln umfasst. Die größte Gefährdung geht von Dynamitfischerei und Cyanidfischerei aus, die weniger von den lokalen Fischern, sondern von Fischern der weiteren Umgebung ausgeübt werden.

Raja Ampat - das blaue Wunder
  • Tangguh LNG Projekt zur Erdgasförderung (englisch)
  • The Nature Conservancy: Report on a rapid ecological assessment of the Raja Ampat Islands, Papua, Eastern Indonesia. Bali 2003 pdf 5,3 MB
  • Conservation International: Scientists Confirm Bird’s Head Seascape Is Richest on Earth. September 2006
  • www.coraltrianglecenter.org (The Nature Conservancy, Bali)
  • rajaampat.org (The Nature Conservancy, Sorong]
  • Richard Black: Stunning finds of fish and coral. BBC News 18. September 2006
  • precious-planet.org Natur- und Artenschutz in Raja Ampat
  • Einzelnachweise

    1. Sihite, Lense, Suratri, Gustiar, Kosamah: Bintuni bay nature reserve management plan, Irian Jaya Barat Province, 2006 - 2030. Manokwari 2005 http://www.coraltrianglecenter.org/downloads/Bintuni_english_screen.pdf S. 27 - vgl. Sundarbans
    2. Tangguh LNG Project: Summary Environmental Assessment. 2005 pdf 2,3 MB
    3. in etwa 60-90 Minuten

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