Wilhelm Ruhl

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Wilhelm Ruhl

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Wilhelm Ruhl als Student im Wintersemester 1871/72

Wilhelm Ruhl (* 23. Oktober 1848 in Kassel; † 3. Januar 1926 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur und Erfinder der Ruhl’schen Kohlenstaubfeuerung.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Wilhelm Ruhl studierte an der Gewerbeakademie Charlottenburg Ingenieurwesen und schloss sich zu Beginn des Wintersemesters 1868/69 dem Verein der Sachsen, dem späteren Corps Saxonia-Berlin, an. Nach dem Studium war er als Ingenieur und später als Oberingenieur tätig. Er entwickelte unter anderem ein Verfahren zur Kohlenstaubfeuerung, das nach seiner Person als Ruhl’sche Kohlenstaubfeuerung in die Fachliteratur einging[1]. Für diese Erfindung wurde ihm ein Patent unter der D.RP. Nr. 85511 erteilt[2].

Ruhl testete zunächst sein neues Verfahren in einer Versuchsanlage bei Bretschneider & Krügner, bevor es zur ersten erfolgreichen großtechnischen Anwendung unter Bauleitung der Maschinenbauanstalt A. Borsig im Berliner Opernhaus kam[3].

Sein Verfahren fand nicht nur in Fachaufsätzen Würdigung, sondern auch in zeitgenössischen Ausgaben allgemeiner Lexika wie Brockhaus’ Konversations-Lexikon[4] oder Meyers Großes Konversations-Lexikon[5] Erwähnung.

Wesentliche Merkmale der Ruhl’schen Kohlenstaubfeuerung

Die Ruhl’sche Kohlenstaubfeuerung ist gekennzeichnet durch die Auflockerung des Kohlenstaubs mittels Förderschnecken, Regelung der Kohlenstaubmenge über Schieber, Förderung des Kohlenstaubs zusammen mit der Verbrennungsluft in den Verbrennungsraum durch den Naturzug des Kamins, also ohne zusätzliche Antriebsleistung und Regelung der Verbrennungsluftmenge durch Heben oder Senken der Decke des Luftschachtes über einen Hebelmechanismus.

Über die generellen Vorteile einer Kohlenstaubfeuerung gegenüber konventionellen Kohlefeuerungen hinaus, speziell der Rauchlosigkeit, konnten die spezifischen Betriebskosten der Heizung des Berliner Opernhauses um mehr als 22 % gesenkt werden[3].

Literatur

  • Carl Weigandt: Geschichte des Corps Saxonia-Berlin zu Aachen 1867-1967, Aachen 1968

Einzelnachweise

  1. Kohlenstaubfeuerungen in Schweizerische Bauzeitung, Band 34, Nr. 3 (22. Juli 1899), S. 29-32
  2. Jahresbericht über die Leistungen der chemischen Technologie, Band 42
  3. a b Die Kohlenstaubfeuerung im Dampfkesselhause des Königlichen Opernhauses in Berlin in Centralblatt der Bauverwaltung, 16. Jahrgang, Nr. 6 (8. Februar 1896), S. 59-60
  4. Staubfeuerung in Brockhaus’ Konversationslexikon, 14. vollständig neu bearbeitete Auflage, Band 17, Supplement, S. 959, Leipzig, Berlin und Wien, 1897
  5. Feuerungsanlagen in Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 6, S. 519

Siehe auch

Verbrennung (Chemie)


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